Montag, 15. Oktober 2012

Kann man den Pool auch im Winter nutzen?

Wäre es nicht verlockend, den eigenen Pool auch im Winter nutzen zu können? Wenn der Novembernebel tief über dem Garten hängt oder gar schon Schneeflocken vom Himmel tanzen, darin zu plantschen und zu schwimmen – fast wie in einer Therme? Wir haben uns schlau gemacht und die Voraussetzungen für ein derartiges Vergnügen erkundet. Der Grundtenor dazu lautet: Es geht. Aber: Billig ist es nicht.

Die Punkte, die dafür gelöst werden müssen, lauten: Das Wasser muss beheizt werden – und der Wärmeverlust sowie die enorme Verdunstung des Wassers müssen minimiert werden.

Die Beheizung des Wassers auf ca. 25 Grad Celsius kann über eine bestehende Heizungsanlage für das Haus, über Sonnenkollektoren (im Winter aber nur partiell!), über sämtliche anderen alternativen Energieversorgungssysteme (z . B. Wärmepumpen) oder elektrisch erfolgen. Dabei braucht man ca. 1,16 kWh, um 1 m³ Wasser um 1° C zu erwärmen. Oder anders ausgedrückt: Eine Kilowattstunde erwärmt 862 Liter Wasser um ein Grad Celsius.

Um eine effiziente Poolwasserbeheizung zu gewährleisten, empfiehlt sich allerdings der Einsatz eines Wärmetauschers. Der Vorteil liegt darin, dass dieses Gerät in sehr kurzer Zeit riesige Temperaturanstiege realisieren kann. Dies ist möglich, indem z. B. der Heizkessel einer Zentralheizung genutzt wird. Als Voraussetzung dafür sind Leitungen zum Pool zu realisieren.

Als Alternative zu herkömmlichen Heizmethoden wird häufig der „Pool-Ofen“ genannt: Neben dem Pool aufgestellt und mittels Schläuchen damit verbunden, wird er mit Holz beheizt. Dabei wird das Rauchgas durch kleinere Rohre geleitet, die – wie der gesamte Brennraum – von Wasser umgeben sind. Dieses Wasser wird mit Hilfe der Umwälzpumpe vom Pool durch den Ofen und wieder zurück in den Pool gepumpt. Angeboten werden Öfen ab einer durchschnittlichen Leistung von ca. 30 kW.
Im Klartext bedeutet das: Hat ein Pool an die 25 m3 Wasser (ca. 3 x 5,5 x 1,5 m), schafft der kleine Edelstahlofen auf Rädern ca. 1 Grad pro Stunde Erwärmung… und ist damit wohl mehr für einen Plantschbeckenspaß als für die Winternutzung eines Pools geeignet (es würde nämlich 20 Stunden dauern, um das Becken von 5 auf 25 Grad zu erwärmen, abgesehen vom Wärmeverlust, der ja auch während der Beheizung statt findet).

Apropos Wärmeverlust: Je besser ein Becken am Boden und an den Seiten gedämmt ist, desto länger bleibt das Wasser warm. Aber das ist noch lange nicht alles: Der Pool muss auch abgedeckt sein! Während im Sommer und vielleicht auch noch in der Übergangszeit eine Solarplane reicht, um das Wasser warm zu halten (und auch ein wenig zu beheizen), ist das im tiefen Winter Illusion.
Selbst eine herkömmliche Schwimmbad-Überdachung reicht hier nicht aus – sie verlängert zwar die Badesaison, da sie u. a. die Nachtabkühlung des Badewassers reduziert  – mehr als ca. fünf Grad plus gegenüber der Außentemperatur ist aber nicht drin!

Wer wirklich das ganze Jahr über schwimmen will, kommt um eine stabile, begehbare Poolüberdachung, wie sie auch in Schwimmhallen verwendet werden, nicht herum. Zusätzlich zu Dämmung und Heizung.
Fazit: Es geht, den Pool auch im Winter zu nutzen. Aber billig ist es eben nicht.